Fast jeder vierte österreichische Haushalt war innerhalb der vergangenen fünf Jahre von einem Diebstahl eines Fahrrads, E-Bikes oder E-Scooters betroffen. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV).
Besonders häufig verschwinden Fahrzeuge bei Bahnhöfen, Haltestellen und Park-&-Ride-Anlagen. Gleichzeitig werden viele Fahrräder, E-Bikes und vor allem E-Scooter noch immer unzureichend gesichert.
Dünne Stahlseilschlösser schützen kaum
Ein Schloss kann keinen Diebstahl vollständig verhindern. Es kann ihn aber deutlich erschweren und das eigene Fahrzeug für Diebe unattraktiver machen.
Bei Tests des KFV ließen sich dünne Stahlseilschlösser mit einem Bolzenschneider bereits innerhalb von 10 bis 30 Sekunden durchtrennen. Den größten Widerstand boten robuste Bügel-, Falt- und schwere Kettenschlösser.
Entscheidend ist außerdem, wie das Fahrzeug abgesperrt wird:
- Fahrrad oder E-Bike am Rahmen und möglichst zusätzlich an einem Laufrad sichern.
- E-Scooter an einem stabilen, nicht einfach abnehmbaren Bauteil anschließen.
- Das Schloss mit einem fest verankerten Gegenstand verbinden.
- Das Fahrzeug auch in Fahrradabstellräumen, Kellern oder Garagen absperren.
- Leicht abnehmbare Teile wie Akku, Beleuchtung oder Display mitnehmen.
Ein dünnes Kabelschloss eignet sich höchstens als zusätzliche Sicherung – nicht als alleiniger Diebstahlschutz.
E-Scooter werden besonders selten abgesperrt
Laut KFV verwenden 77 Prozent der E-Bike-Nutzer beim Abstellen fast immer ein Schloss. Bei Fahrrädern sind es 66 Prozent, bei E-Scootern hingegen nur 51 Prozent.
Gerade ein E-Scooter lässt sich jedoch rasch wegtragen und in einem Fahrzeug abtransportieren. Eine elektronische Wegfahrsperre oder App-Sperre kann ein mechanisches Schloss deshalb nicht ersetzen.
Rahmennummer, Seriennummer und Kaufbeleg sichern
Nach einem Diebstahl fehlen häufig genau jene Informationen, welche die Fahndung und die Schadensabwicklung erleichtern würden. Selbst bei E-Bikes haben laut KFV nur 37 Prozent die Rahmennummer notiert und lediglich 23 Prozent ihr Fahrzeug registrieren lassen.
Diese Unterlagen solltest du griffbereit aufbewahren:
- Rahmennummer beziehungsweise Seriennummer
- Kaufbeleg oder Rechnung
- Hersteller, Modell, Farbe und besondere Merkmale
- aktuelle Fotos des gesamten Fahrzeugs
- Fotos von Rahmennummer, Zubehör und Umbauten
- Unterlagen zu Schloss, Tracker und Versicherung
Bewahre diese Informationen nicht ausschließlich in einer Tasche am Fahrzeug auf. Eine digitale Kopie in einer Cloud oder im eigenen E-Mail-Postfach ist im Ernstfall leichter verfügbar.
GPS-Tracker können nachgerüstet werden
GPS-Tracker und andere Ortungslösungen können die Chance erhöhen, ein gestohlenes Fahrzeug wiederzufinden. Sie lassen sich bei vielen Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern auch nachträglich einbauen oder unauffällig befestigen.
Ein Tracker ersetzt jedoch weder ein hochwertiges Schloss noch das richtige Absperren. Er ergänzt den mechanischen Schutz.
Wird ein gestohlenes Fahrzeug geortet, sollte man nicht selbst versuchen, es zurückzuholen. Standortdaten sichern und unverzüglich die Polizei verständigen.

Registrierung und Versicherung mitdenken
Eine Registrierung erleichtert die eindeutige Zuordnung eines wiedergefundenen Fahrzeugs. Besonders bei höherwertigen Fahrrädern, E-Bikes, Lastenrädern und E-Scootern ist außerdem eine passende Diebstahlversicherung sinnvoll.
Vor dem Abschluss sollte geprüft werden:
- Welche Diebstahlarten sind versichert?
- Gilt der Schutz auch im Freien und über Nacht?
- Welche Anforderungen werden an das Schloss gestellt?
- Sind Akku, Zubehör und nachträgliche Umbauten eingeschlossen?
- Welcher Fahrzeugwert ist tatsächlich gedeckt?
- Welche Nachweise werden im Schadensfall verlangt?
Auch eine vorhandene Haushaltsversicherung kann bereits bestimmte Diebstahlsfälle abdecken. Der genaue Umfang hängt jedoch vom jeweiligen Vertrag ab.
Diebstahlschutz bei RADService.wien
Diebstahlprävention beginnt nicht erst beim Kauf eines Schlosses. Sinnvoll ist ein abgestimmtes Schutzkonzept aus mechanischer Sicherung, Dokumentation, Registrierung, Ortung und Versicherung.
Bei RADService.wien unterstützen wir dich dabei, die Rahmennummer oder Seriennummer deines Fahrzeugs zu finden und geeignete Schutzmaßnahmen für Fahrrad, E-Bike, Lastenrad oder E-Scooter auszuwählen. Auf Wunsch stellen wir auch den Kontakt zu unserem Versicherungsmakler für eine individuelle Beratung zur Radversicherung her.
Sprich uns bei deinem nächsten Service oder vor dem Kauf eines neuen Fahrzeugs darauf an.


